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Gerald Clayton im Sendesaal. CHRISTIAN EMIGHOLZ im Weser-Kurier 24.11.09:” Der New Yorker Jazzpianist Gerald Clayton hat den Flügel so im Sendesaal platzieren lassen, dass er mit dem Rücken zu seinen Begleitern Joe Sanders (Kontra-bass) und Justin Brown (Schlagzeug) sitzt. Ein ungewöhnlicher Aufbau gerade bei einem Pianotrio. Spätestens nach dem zweiten Stück ihres Konzerts im bestens besuchten Saal ist klar, dass es offenbar gleichgültig ist, wie die Musiker angeordnet sind, denn sie verstehen sich, wie man so sagt, blind. Dabei strahlen die jungen Jazzer eine souveräne Lockerheit aus, verstehen sich mit einer verspielten Leichtigkeit, die verblüffend ist: Hier wird Jazz nicht gearbeitet, hier wird er gespielt! Der 25jährige Gerald Clayton gehört zu den „Young lions”, eine Bezeichnung, die immer auch beinhaltet, dass ein junger Löwe anstrebt, einmal König der Jazz-Tiere zu werden. Fraglos hat Clayton das Zeug dazu, denn er ist ein eminent ideenreicher „Tastenlöwe”, der die ganze Jazztradition, speziell die des Pianospiels von Art Tatum über Thelonious Monk und Lennie Tristano bis zu Monty Alexander, aufgesogen hat. Zudem besitzt er beste Kenntnisse in der Klassik. Mit all dem spielt er lässig, und das in durchaus kopfgesteuerter Vertracktheit. Motorische Rhythmen zu süffigen Melodien gibt es im Spiel des Trios nur für Augenblicke, oft genug wird die Befreiung der Rhythmusgruppe vom metrischen Spiel praktiziert, assoziieren Bass und Schlagzeug frei zu Pianofiguren, greifen Ideen auf oder konterkarieren sie, können aber blitzschnell wieder in bezwingende Grooves fallen. Im ersten Teil spielt das Trio noch Stück nach Stück, darunter das überzeugende „Sunny day go”, das wie eine Paraphrase auf ein Bach-Thema klingt, und dieses ebenso virtuos wie einfallsreich durchdekliniert. Im zweiten Teil dagegen sind es nach dem ungewöhnlichen „Boogablues”, der sich dem Bluesschema beugt, es aber immer wieder verlässt, vor allen Dingen Suiten-artige Gebilde voller spannender dynamischer Exzesse. Derartige dramatische Konstruktionen kennt man von Esbjöm Svensson. Aber während Svensson letztlich immer Wert auf süffige Eingängigkeit legte, liebt Clayton das Widerborstige, setzt gerne sperrige Akzente, die immer wieder analytisch das thematische Material durchleuchten. Auch hierbei hat Clayton in Sanders und Brown ideale Partner, die jeden Umweg vorauszuahnen scheinen. Einziger Wermutstropfen dieses phantastischen Konzertes war der etwas blechern verstärkte Klang des Flügels – man darf gespannt auf die Aufnahme sein, denn Radio Bremens Jazzredaktion hat aufgezeichnet.” LINE UP Gerald Clayton,p – Joe Sanders,b – Justin Brown,dr
Photos: Rolf Schoellkopf - All rights reserved –













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